Roter Apfel, weiße Grapefruit, ein Anflug von Heu und Kleeblüte — dazu ein zarter Schleier aus Blütenhonig, der den Duft in etwas fast Landschaftliches verwandelt. Der Gaumen bestätigt: Phenolik mit Spannung, Saftigkeit als Fundament, ein Säurenerv, der Richtung gibt — und am Ende eine schöne Mineralität. Ein Weißburgunder, der nichts schuldig bleibt. Klasse!
Karl-Heinz Gaul war kein Mann großer Worte. Er zeigte seinen Töchtern lieber, wie Wein entsteht — Reihe für Reihe, Jahr für Jahr, mit ruhiger Hand und wachsamem Blick. Was Karoline und Dorothee damals als Kinder in den Weinbergen von Grünstadt-Sausenheim aufsogen, haben sie nie wieder losgelassen. Nach Winzerlehre, Studium in Geisenheim und Jahren in renommierten Pfälzer Betrieben kehrten sie zurück — und als ihr Vater 2011 viel zu früh starb, war für beide klar: Dieses Weingut hört nicht auf. Es fängt gerade erst an. Heute stehen die Schwestern Gaul für das, was ihr Vater begonnen hat — und für alles, was sie daraus gemacht haben.
Ihr Weißburgunder ist dafür das beste Beispiel. Offen im Duft — roter Apfel, weiße Grapefruit, Kleeblüte, Blütenhonig — und am Gaumen straff, saftig, mit einer Phenolik, die Spannung aufbaut, und einem langen, mineralischen Abgang. Ein Wein, der zeigt, was die Pfalz kann, wenn jemand mit Herz und Können am Werk ist.